Erst sah es nicht so schlimm aus. Die Sturmböen sollten nur 80 km/h erreichen. Aber nach dem sonnigen Wochenende zieht es am Nachmittag dunkel auf und der Wind verstärkt sich. Teile vom Blechdach am Pferdestall heben als erstes ab. Als wir die Platten zurückbiegen, knirscht es schon hinter uns: Der mit gut 14 Metern höchste freistehende Baum an unserem Hof verliert Substanz. Ein 10 Meter langer Ast schlägt nur 8 Meter entfernt von uns am Boden auf — das war knapp!
Eine kleine Weide knickt um und legt sich auf unsere alte knorrige Wildkirsche. Und leider geht unsere über 11 Meter hohe Espe komplett verloren und stürzt den Hang hinunter. Sehr schade, einer meiner Lieblingsbäume: Ich liebte das Zittern und Rascheln des Laubes auch beim kleinsten Windhauch.
Also aufräumen und nach dem Schneebruch vom Winter noch mehr Holz. Wir kommen mit dem Ausasten und Häckseln garnicht mehr nach. Aber glücklicherweise bei uns ohne Verletzungen, zumindest nicht dabei. Irgendwas ist immer.
